

Kinderoptometrie
Ob Ihr Kind gut und richtig sieht, sollten Sie laufend beobachten. Hier ein paar Tipps, wie Sie die Wahrnehmung Ihres Babys testen können:
Knipsen Sie im 1. Monat neben dem Köpfchen eine Taschenlampe an und aus. Macht das Baby neugierige, ruckartige Augenbewegungen hin zum Licht?
Im 4. Monat lenken Sie das Interesse des Kindes auf irgendeinen lustig-bunten Gegenstand. Lassen Sie Kinderrassel, Babybürste oder Kuscheltier vor den Augen des Kindes hin- und herwandern. Es sollte das Wunderding nicht mehr aus den Augen lassen.
Im 7. Monat spielen Sie eines der ältesten Kinderspiele der Welt, das Guckguck-Spiel. Verstecken Sie sich vor den Augen des Kindes hinter der Zeitung, dem Sofakissen oder der Gardine. Jetzt sind Sie weg, und nur noch ein „kuckkuck“ verrät dem Kind, wo Sie stecken. Jedes normal entwickelte Kind fängt jetzt an, mit Augen- und Körperbewegungen nach Mutter oder Vater zu suchen.
Rund um den 8. Monat konzentriert sich das Interesse des Babys auf alle erreichbaren Gegenstände, die es liebend gern in den Mund steckt. Beobachten Sie, ob das Kind dabei gezielt zufasst.
Im 12. Monat wird es Zeit für das erste Ballspiel. Setzen Sie Ihr Kind zwei bis drei Meter entfernt auf den Boden, und kullern Sie ihm einen Ball zu. Beobachten Sie, ob es ihn richtig greift.
Bei wesentlichen Abweichungen in der Entwicklung Ihres Kindes sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt und ggf. mit einem auf Kleinkinder spezialisierten Augenarzt sprechen.
Auf Alarmzeichen achten
Beobachten Sie an Ihrem Baby oder Kleinkind folgendes, sollten Sie Sie einen Augenarzt aufsuchen:
- Schielen
- Augenzittern
- Zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes
- Auffallend große Augen
- Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht
- Getrübte Hornhaut
- Weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht
- Ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen und unnatürliche Gesichtsmimik
- Große, starre Pupillen auch bei Lichteinfall
- Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen
- Vorbeigreifen
Durchschnittlich 80% eines normalen Schultages ist das Kind mit sehabhängigen Aufgaben in der Nähe beschäftigt, d.h. mit Arbeit innerhalb der Reichweite der Arme. Um den Anforderungen des Unterrichtes zu genügen, ist es absolut erforderlich, dass das Sehvermögen nicht nur gut, sondern auch effektiv ist. Ein Kind das Sehprobleme hat, weigert sich oft zu lesen oder es bekommt Lese- und Rechtschreibschwächen.

Statistiken haben gezeigt, dass die Lese- und Rechtschreibschwäche das größte (teilweise noch ungelöste) Problem auf den Schulen darstellt.
In der Regel wird ein Kind selbst größere Sehschwierigkeiten, wie in den Beispielen gezeigt werden, nicht von selbst erkennen.
Es schaut in sein Lesebuch und die Buchstaben tanzen, springen, verschwimmen und verschieben sich. Auch im Buch seines rechten Nachbarn tanzen, springen, verschwimmen und verschieben sich die Buchstaben für ihn. Da das auch beim Blick in das Lesebuch seines linken Nachbarn geschieht, muss das also normal sein.

Bei älteren Kindern treten folgende Auffälligkeiten einzeln oder in Kombination auf:
- häufiges Augenreiben
- Augenbrennen (Rötung)
- Kopfschmerzen
- Kopf schief halten
- Konzentrationsmangel
- Schief sitzen
- kurzer Lese-/Schreibabstand
- schreibt über und unter die Linie
- Abdecken eines Auges mit der Hand
- seitliches Verschieben des Textes vor ein Auge
- Text verdrehen
- mit dem Finger lesen (die Zeile wird oft verloren)
- Buchstaben verwechseln ( d+b, p+q, n+u,...)
- Buchstaben oder Silben weglassen oder "dazu erfinden"
- langsames, stolperndes Lesen
- schlechte oder fehlende Sinnerkennung beim Lesen
- Rechtschreibfehler auch in bekannten Wörtern
(verschiedene Schreibweisen in ein und demselben Wort) - schnelles Nachlassen der Lese-/Schreibqualität mit zunehmender Dauer der Aufgabe
- Leseunlust mit unbegrenzten Ausreden!
- kann vorgegebene Felder nicht sauber ausmalen
- stößt häufig an ("nimmt die Ecken mit")
Diese und andere Auffälligkeiten können von einem Sehfehler, den man Winkelfehlsichtigkeit nennt, ausgelöst oder verstärkt werden. Auf jedem Fall sollte die Gesundheit der Augen von einem Augenarzt überprüft werden und einen Sehtest auf Winkelfehlsichtigkeit durchgeführt werden.
Denn wenn die Augen nicht richtig "greifen" können, dann ist auch das "Begreifen" schwer!